„Bücherliebe“

Heute begebe ich mich mal auf dünnes Eis. Naja, nicht direkt – ich denke nämlich, die meisten Leser:innen meines Blogs können meine Einstellung gut nachvollziehen oder teilen sie sogar.

Wie einige von euch vielleicht bereits gelesen haben, bin ich Studentin. Genauer gesagt studiere ich Germanistik und Philosophie, zwei sehr textlastige Fächer. Nicht nur in meinem Bekanntenkreis aus dem Studium, aber vor allem dort, erlebe ich immer wieder ein Phänomen, das ich mal „Bücherliebe“ nenne.

Die jungen Studenten fangen schon mit 18, evtl. noch früher, an, riesige Massen an Literatur zu akkumulieren. Regal um Regal wird gefüllt. Alle ‚Klassiker‘ des jeweiligen Gebiets muss man natürlich besitzen. Dazu noch einpaar schnellgelesene Bestseller-Romane und einpaar Bücher, die man noch gar nicht gelesen hat. Ob die Bücher einem wirklich gefallen, ob man sie noch einmal lesen würde, oder ob man sie total furchtbar fand, ist dabei oft zweitrangig. Die Bücher dienen also vordergründig zur Dekoration, zur Füllung der Regale, und natürlich zur Präsentation nach außen: Hallo, ich bin sehr belesen. Von den gefüllten Regalen werden dann auch gerne Fotos in sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Wenn man dann mal ganz zaghaft nachfragt, wieso eine Aussortierung von denjenigen Büchern, die gar keine Lieblinge sind, nicht in Erwägung gezogen wird, heißt es oft als Antwort: „Aber das sind doch Bücher! Ich liebe Bücher so sehr. Ihre Seiten, ihr Geruch, das Gefühl. Es bricht mir das Herz, ein Buch zu verkaufen“. Wenn man Bücher nicht in diesem Ausmaße verehrt, steht man dann prompt als herzloser Unmensch da. Von dieser Gruppe kommen oft auch Statements wie: „Ein Mensch/eine Wohnung ohne Bücher ist mir suspekt“.

Ich meinerseits hänge nicht an Büchern, sondern an Geschichten, Erkenntnissen und Kunst. Die habe ich im Kopf. Und gerade Klassiker und Bestseller kann ich doch überall ausleihen. Auch Ebookreader finde ich eine gute Idee.

Ich bin ein großer Fan von schönen Layouts und Typographie. Aber mir gibt es nichts, jede Menge Bücher zu besitzen und mit Ende zwanzig eine stattliche Hausbibliothek vor den Gästen präsentieren zu können.

Tatsächlich wurde ich auch schon einmal – als ich noch eins hatte – nach meinem Bücherregal beurteilt, während die betrachtende Person gleichzeitig sich selbst durch die Kommentierung meiner Lektüre profilieren wollte: „Oh, ah, ja, Hobbes.. den habe ich auch schon gelesen..“. Lustig war auch, dass diese Person viele Texte kommentierte, die ich selbst gar nicht gelesen hatte, und auf dieser Grundlage falsche Schlüsse über mich zog.

Daher mein Plädoyer: Seid doch nicht so versnobt, prätentiös und vernarrt in Materielles. Nur weil ich etwas nicht besitze, heißt es noch lange nicht, dass ich es nicht kenne oder nicht mag. Ich besitze schon einige Bücher, die mir wichtig sind. Aber ich stelle es nicht aus. Ich brauche keine Hausbibliothek, um meinen Gästen zu zeigen, dass ich Germanistik und Philosophie studiere und dafür eine große Leidenschaft habe.

 

Was sagt ihr zu dem Thema?

Ich verurteile niemanden, der viele Bücher besitzt, wenn er daran Freude hat und die Bücher gerne liest oder zu irgendwelchen Zwecken benötigt. Eine Anhäufung von Literatur, nur um möglichst gebildet und ‚büchermenschig‘ zu wirken, kombiniert mit der Neigung, andere nach ihrem Bücherregal zu beurteilen, geht mir jedoch gehörig auf die Nerven.

Empfehlungen: Youtube und das Philosophische Radio (WDR 5)

Ich möchte euch heute kurz einen Youtube Kanal und eine Radiosendung vorstellen.

Der wunderbare Youtube Kanal adressiert vor allem die Themen Mode, Make-Up und Pflege im Zusammenhang mit Minimalismus und Umweltfreundlichkeit: My Green Closet.
Die Youtuberin geht wirklich ins Detail und hat viel Hintergrundwissen z.B. zu Stoffen und Fertigungsmethoden, außerdem gibt es zahlreiche Videos zur Kombination weniger Kleidungsstücke zu vielfältigen Outfits.

Außerdem das Philosophische Radio von WDR 5. Ich höre es seit 2 oder 3 Jahren als Podcast und habe euch diejenigen Folgen herausgesucht, die die meisten Leser:innen dieses Blogs wohl interessieren dürften:

23.09.2016: Folgenreich? Die Externalisierungsgesellschaft.

09.09.2016: Kunstvoll? Konsum.

15.07.2016: Entfesselt? Die Macht des Geldes.

03.06.2016: Überflüssig? Ästhetischer Kapitalismus.

08.01.2016: Überfällig? Die Idee vom ewigen Wachstum.

Andere Themen des Podcasts sind Politik, Religionsphilosophie, Ethik, usw. Auch Themen wie Langeweile, Kreativität, Arbeit im digitalen Zeitalter, Entschleunigung, Glück, das Verhältnis des Menschen zur Natur werden aufgegriffen. Es gibt einen riesigen Pool an Folgen, die man z.B. über iTunes abonnieren, direkt hören oder einzeln herunterladen kann. Die Sendung wird moderiert von Jürgen Wiebicke, zu Gast ist meist ein:e Philosoph:in oder Akademiker:in eines anderen themenrelevanten Gebietes.

Auf der Website gibt es auch die Möglichkeit, die Folgen direkt abzuspielen.

Was ich nicht brauche #3

Wow, es ist verrückt, wie man doch immer aufs Neue Dinge zum aussortieren findet. Nach Was ich nicht brauche #1 und Was ich nicht brauche #2 folgt hier also die 3. Episode.

  • ein Scrabble Spiel (was nie jemand mit mir spielt :( ) wird dem Lieblingscafé gespendet
  • Lautsprecherboxen (Party ist in meiner Wohnung unmöglich, Laptop ist laut genug)
  • eine sternförmige Backform (leider nie benutzt)
  • 1 Handcreme, 1 Bodylotion, 1 Duschgel (geschenkt bekommen)
  • 3 Lippenstifte, die ich in den letzten 8 Monaten nicht getragen habe, außerdem uralt (nicht mehr so hygienisch)
  • 3 Koch/Backbücher
  • 6 Bücher und 3 DVDs (habe gar kein CD-Laufwerk mehr)
  • 1 großer Ordner, zahlreiche Heftstreifen und 2 Post-It-Blöcke werden dem Büro gespendet
  • 2 Eierbecher und 2 Frühstücksbrettchen (habe 4, das reicht)
  • Reader/Skripte von Seminaren (wichtiges abfotographiert, Rest Papiermüll), kann man alles im Bedarfsfall in der Bibliothek nachrecherchieren
  • abgelaufene Medikamente, Salbe und Nasenspray
  • Briefkorb-Ablage-Dings, welches mich dazu einlädt, wahllos Papierkram aufzustapeln.
  • zahlreiche Postkarten und Geburtstagskarten abfotographiert und Papier weggetan
  • 1 Kerzenhalter. Mein 3er-Leuchter ist mir genug, der einzelne nervt eigentlich nur.
  • 2 Handtaschen
  • ca 5 Paar Modeschmuck-Ohrringe und 4 Ohrpiercings, die ich alle nicht mehr trage
  • Set Filzstifte
  • Das Kölner Branchenbuch – genau wie das Telefonbuch: nie reingeguckt!
  • Knoblauchpresse und Dosenöffner

Geschenke aussortieren – eine moralische Unterstützung

Jeder bekommt ab und zu Geschenke, die so gar nicht den persönlichen Geschmack treffen oder nicht gebraucht werden können. Während solche Gegenstände normalerweise längst aussortiert wären, schrecken viele Menschen jedoch zurück, wenn es sich dabei um eine Geschenkgabe handelt. Es gilt in unserer Kultur als unhöflich ein Geschenk abzulehnen, es weiterzugeben oder auf andere Weise loszuwerden. Man befürchtet, vom Schenker darauf angesprochen zu werden, dass es fehlt.

Wenn es aber wirklich keinen Grund dafür gibt, den Gegenstand zu behalten, dann sollte diese Angst einen nicht zurückhalten.

Leider weiß ich nicht mehr, wo ich es zuerst gelesen habe, aber mich hat diese Argumentation sehr überzeugt:

Das Geschenk hatte den Sinn, im Moment des Schenkens Freude zu bereiten. Tut es das nicht mehr, dann hat es seine Aufgabe in der Vergangenheit erfüllt, aber sollte nun für die kommende Zeit einen neuen Besitzer finden, dem es Freude spendet. Der Schenker wollte mit Sicherheit nicht, dass sein Geschenk bei dir ein unangenehmes Pflichtgefühl, eine Belastung auslöst. Er wollte sicher nicht, dass der Gegenstand in deinem Zuhause einstaubt und Platz wegnimmt und nur der Höflichkeit halber behalten wird. Er möchte doch auch, dass du glücklich bist und hat diesmal eben danebengegriffen.

Und übrigens: Den Leuten fällt es generell nicht auf, dass ihr Geschenk nicht mehr da ist. Es könnte ja auch irgendwo verstaut sein. Und selbst wenn sie fragen – dann muss man eben einmal mutig sein und schonend formulieren, dass man sich sehr über die Geste gefreut hat, den Inhalt jedoch nicht braucht und jemand anderem damit eher geholfen wäre. So vermeidet man es auch, in Zukunft weitere ’schlechte‘ Geschenke zu bekommen.

Wenn man etwas gerne in Erinnerung behalten möchte, aber das Geschenk selbst nicht gebrauchen kann und nicht haben will, kann man z.B. auch ein Foto davon machen, manchen Leuten hilft das, weil es sich genau so anfühlt, als würde man es noch ‚haben‘, nur ohne den materiellen Ballast.

PC-Verkauf und Haarwäsche mit Natron

Kleine Neuigkeiten dieses Wochenendes:

Gestern Abend verkaufte ich meinen Computer an einen Bekannten von mir, der sich sehr freute und ein wahrhaftes Schnäppchen geschlagen hatte ;) Ich bin das große Teil mit Kabelgewirr los und er kann nun nach Herzenslust zocken.

Außerdem habe ich heute morgen meine Haare mit 1 EL Natron in 250ml Wasser gewaschen (und danach wie üblich meine Essigrinse, ca. 3 EL Essig auf 1 Liter kühles Wasser gemacht). Bisher bin ich zufrieden. Bis auf die längere Einwirkzeit war es kein großer Unterschied zu Shampoo und die Haare fühlen sich sauber und befreit, nicht ausgetrocknet, an.

Ich hatte schon ewig vor, das mal auszuprobieren und bin froh, dass ich es jetzt einfach mal gemacht habe. Grade da ich in letzter Zeit Probleme mit meinen Haaren hatte, suche ich nach einer simplen Lösung, die die Haare einfach nur sauber macht. Kein Pflegegedöns, kein Duft, keine Ablagerungen aus Proteinen, Silikonen oder Glycerin. Einfach nur reinigen. Nachdem mein Lush Shampoo (Rehab) leer wurde, habe ich nämlich mal wieder einige Naturkosmetik-Shampoos ausprobiert, aber die funktionieren bei mir einfach nicht. Egal wie viel ich nehme, wie oft ich wasche, wie lange ich einwirken lasse, wie gründlich ich ausspüle, die Haare bleiben immer an einigen Stellen klätschig und strähnig und trocknen nicht richtig. Ich denke, in diesen Shampoos sind einfach zu viele Extra-Inhalte, die meine Haare gar nicht aufnehmen können und die sich dann außen ablagern.

Darüber habe ich mich ziemlich geärgert, denn von einem Shampoo erwarte ich, dass es einfach meinen Kopf sauber macht ;)

Nachdem ich also in beinaher Verzweiflung schon auf das agressiv-reinigende Anti-Schuppen-Shampoo meines Freundes ausgewichen bin, kam mir jetzt das Natron zur Rettung mit einer Grundreinigung ;)

Mal sehen ob die Natronwäsche zur Regel wird oder Ausnahme bleibt. Ich werde es weiter testen.

Natürliche/minimalistische Pflege

Im Bereich Kosmetik/Hygiene gibt es viel zu überdenken. Hier treffen sich Minimalismus, Körperpflege und Umweltschutz. Weniger ist mehr und mit wenigeren, besseren Produkten schonst du nicht nur die Umwelt, sondern tust auch deinem Körper etwas gutes.

Vielleicht ist aber grade im Bereich der Körperpflege der Zweifel zunächst groß… klappt das wirklich? Werden die Haare mit Natron und Essig wirklich sauber und riechen nicht?

Der einzige Rat, den ich geben kann, ist: Probiert es einfach aus :) Und geht vielleicht nicht von 0 auf 100, sondern tastet euch in kleinen Schritten heran.

  1. Essig als Haarspülung / Rinse
    Nehmt doch zur nächsten Dusche mal eine 1 Liter Flasche Wasser mit einem guten Schuss Essig mit ins Bad und spült euch nach dem Waschen damit die Haare und seht selbst, ob es euch gefällt. Ich finde es super. Die Haare sind glatt, seidig und knotenfrei, die Kopfhaut fühlt sich befreit und frisch an. Der Essig löst Kalk und andere Partikel, die sich um die Haare legen können. Sobald die Haare trocken sind, riecht man davon auch nichts mehr – das verspreche ich!
  2. Öko-Shampoo, Festes Shampoo, Haarseife oder No (Sham)poo
    Für die Haarwäsche gibt es mehrere Optionen- sagen wir mal, verschiedene Levels (;
    Am nächsten an konventionellem Shampoo ist wohl ein Flüssigshampoo von einer naturfreundlichen Marke, wie z.B. Alverde (bei dm). Auch Heymountain oder Urtekram bieten sehr gute und umweltfreundliche Naturkosmetik-Shampoos. Alle sind silikonfrei, jedoch habt ihr hier noch die Plastikflasche als Verpackung.
    Lush bietet festes Shampoo ohne Verpackung an. Allerdings ist Lush keine Naturkosmetik und arbeitet mit konventionell scharfen Waschtensiden. Das feste Shampoo finde ich jedoch für Reisen ideal!
    Der nächste Schritt vom festen Shampoo ist die Haarwaschseife. Hier muss man sich gut informieren und etwas herumexperimentieren mit verschiedenen Inhaltsstoffen und Überfettungsgraden. Manchmal dauert es wenige Haarwäschen, bis die Kopfhaut sich an die Haarwaschseife gewöhnt hat.
    Komplett minimalistisch ist die No-Poo-Methode. Hier mischt man z.B. 1 EL Natron mit warmem Wasser in einer Flasche und wäscht sich damit den Kopf. Funktioniert auch!
  3. Öl: Haarkur, Eincremen, Abschminken
    Für meine Haarspitzen, trockene Haut und zum Abschminken des Augen-Make-Ups benutze ich Jojobaöl (z.B. von Müller). Bei der Haarkur benutzt man lieber weniger Öl als zu viel, seid wirklich sparsam, damit man es auch gut wieder auswaschen kann und lasst es ruhig über Nacht einwirken. Auf der Haut zieht Öl besonders gut ein, wenn sie leicht angefeuchtet ist. Auch für das Gesicht ist Jojobaöl geeignet. Zum Abschminken nehme ich ein Wattepad, feuchte es mit warmem Wasser an und tropfe Öl darauf. Dann lege ich es auf die Augenlider und lasse kurz einwirken.
    Eine große Auswahl an Ölen und Wirkstoffen bietet z.B. die Website behawe.
    Wer sich zum Thema Haar- und Körperpflege tiefer einlesen möchte, dem empfehle ich das Langhaarnetzwerk!
  4. (Gesicht)Waschen und Duschen mit Wasser und Seife
    Vorab lautet die Frage: Braucht man wirklich jedes Mal Duschgel oder Gesichtsreiniger? Wenn man nicht geschwitzt hat oder dreckig wurde, reicht zum Erfrischen auch mal einfach nur Wasser :)
    Wenn es eine gründlichere Reinigung sein darf, kann man auf Seifen zurückgreifen, anstatt Plastikprodukte in Plastikverpackungen zu benutzen. Das könnte ein seifenfreies Waschstück sein (überall in der Apotheke und in Drogerien erhältlich) oder – noch besser – eine natürliche Seife. Zur Gesichtsreinigung benutze ich seit etwas über einem Jahr Alepposeife. Damit kann man natürlich auch duschen und hat wieder ein 2-in-1 Produkt, das besonders auf Reisen Platz spart! Natürliche Seifen findet man im Internet vielerorts, auch selbstgemachte, z.B. auf Dawanda oder Wolkenseifen.
  5. Peeling: Haferflocken, Zucker oder Kaffeesatz
    Wie bereits in meinem Post über Plastik angesprochen, enthalten die meisten käuflichen Peelingprodukte Mikro-Plastikpartikel. Ich benutze ca. einen halben Teelöffel Zucker, um mein Gesicht von abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien. Wenn es etwas gröber sein soll, sind Haferflocken eine Option, wenn es feiner sein soll, Kaffeesatz. Oder schon mal über einen guten altmodischen Peeling-Handschuh/Schwamm nachgedacht?
  6. Gesichtswasser / Tonic
    Für eine gründliche Reinigung oder Erfrischung der Haut, kann man etwas Essig auf ein feuchtes Wattepad geben und im Gesicht anwenden. Danach nochmal mit Wasser erfrischen :) Gutes Gefühl!
  7. Honig
    Honig ist natürlich nicht vegan. Und man sollte darauf achten, guten Honig zu kaufen. Am besten von einem Imker, den ihr kennt und vertraut. Oder Honig aus einem Biomarkt. Damit könnt ihr eine Gesichtsmaske machen (Haut anfeuchten, Honig drauf), die seidenweiche und glatte Haut macht und gegen Unreinheiten wirkt! Auch für Akne sehr empfehlenswert.

 

Auch die Youtuberin Minimal Mini hat ein, zwei Videos über Make Up und Kosmetik, die sehr inspirierend sind.