Mein erstes Spendengeschenk

bildschirmfoto-2017-01-05-um-19-23-45Im November 2016 hatte ich mir vorgenommen, mal eine Spende zu verschenken. Zwar nicht zu Weihnachten, aber zur Goldhochzeit meiner Tante und meines Onkels Ende Dezember habe ich diesen Wunsch umgesetzt. Ich wusste ohnehin nicht, was ich ihnen schenken sollte. Als ich meine Tante einmal gefragt habe, womit man ihr etwas Gutes tun kann, sagte sie: „Ich bin glücklich, wenn du glücklich bist“ (sie ist sehr großzügig und freigiebig).

WorldVision kenne ich, weil meine Eltern lange Zeit eine Patenschaft für ein Kind aus Mauretanien finanziert haben. Diese Stiftung erscheint mir auch vertrauenswürdig. Deshalb habe ich für beide (Tante und Onkel) jeweils ein Geschenk ausgewählt. Es gibt Ziegen, Winterjacken, Schulbücher und viel mehr (World Vision: Das Gute Geschenk). Alternativ kann man einen selbstgewählten Betrag für ein ausgewähltes Projekt spenden. Nachdem ich selbst an Weihnachten reich beschenkt wurde, hatte ich richtig Lust, etwas von diesem Geld weiterzugeben und meine Spende fiel großzügiger aus, als ein materielles Geschenk es wahrscheinlich gewesen wäre. Allerdings, man muss auch dazu sagen, dass mein Freund sich an der Spende mitbeteiligte!

Meinte Tante wusste gar nicht, dass es so etwas gibt, fand es aber eine schöne Idee. Mir hat es sehr viel Freude bereitet und ich werde es bestimmt in Zukunft noch häufiger so machen. Weiterer Vorteil: man kann die Spendenurkunde individuell gestalten (Für/Von) und selbst ausdrucken. So eignet es sich auch als Last-Minute Geschenk.

Klar „kauft“ man sich damit ein gutes Gewissen. Und natürlich weiß ich, dass meine Spende nicht 1:1 in eine Ziege investiert wird, sondern auch andere Projekte und Verwaltungskosten damit unterstützt werden. Aber Argumente gegen Wohltätigkeit kommen meiner Meinung nach nur von Zynikern oder Leuten, die ihr kapitalistisches Verhalten rechtfertigen wollen. (Außer natürlich man hat schlicht kein Geld für eine Spende übrig oder ist darauf angewiesen, Sachen zu verkaufen statt zu verschenken – das sehe ich natürlich ein!)

Übrigens: Mein Freund wünschte sich zu seinem Geburtstag ebenfalls ‚Nichts oder Spenden‘, was auf der Geburtstagsfeier in einer großen Packung Pralinen, einem Buch, einem Gegenstand und einer Spende für ein Klimaprojekt in Ruanda mündete ;) Vielleicht waren sich die Eingeladenen nicht sicher, was er damit meint oder haben sich nicht getraut. Aber über die eine Spende hat er sich sehr gefreut.

Habt ihr es auch schonmal ausprobiert?

„Bücherliebe“

Heute begebe ich mich mal auf dünnes Eis. Naja, nicht direkt – ich denke nämlich, die meisten Leser:innen meines Blogs können meine Einstellung gut nachvollziehen oder teilen sie sogar.

Wie einige von euch vielleicht bereits gelesen haben, bin ich Studentin. Genauer gesagt studiere ich Germanistik und Philosophie, zwei sehr textlastige Fächer. Nicht nur in meinem Bekanntenkreis aus dem Studium, aber vor allem dort, erlebe ich immer wieder ein Phänomen, das ich mal „Bücherliebe“ nenne.

Die jungen Studenten fangen schon mit 18, evtl. noch früher, an, riesige Massen an Literatur zu akkumulieren. Regal um Regal wird gefüllt. Alle ‚Klassiker‘ des jeweiligen Gebiets muss man natürlich besitzen. Dazu noch einpaar schnellgelesene Bestseller-Romane und einpaar Bücher, die man noch gar nicht gelesen hat. Ob die Bücher einem wirklich gefallen, ob man sie noch einmal lesen würde, oder ob man sie total furchtbar fand, ist dabei oft zweitrangig. Die Bücher dienen also vordergründig zur Dekoration, zur Füllung der Regale, und natürlich zur Präsentation nach außen: Hallo, ich bin sehr belesen. Von den gefüllten Regalen werden dann auch gerne Fotos in sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Wenn man dann mal ganz zaghaft nachfragt, wieso eine Aussortierung von denjenigen Büchern, die gar keine Lieblinge sind, nicht in Erwägung gezogen wird, heißt es oft als Antwort: „Aber das sind doch Bücher! Ich liebe Bücher so sehr. Ihre Seiten, ihr Geruch, das Gefühl. Es bricht mir das Herz, ein Buch zu verkaufen“. Wenn man Bücher nicht in diesem Ausmaße verehrt, steht man dann prompt als herzloser Unmensch da. Von dieser Gruppe kommen oft auch Statements wie: „Ein Mensch/eine Wohnung ohne Bücher ist mir suspekt“.

Ich meinerseits hänge nicht an Büchern, sondern an Geschichten, Erkenntnissen und Kunst. Die habe ich im Kopf. Und gerade Klassiker und Bestseller kann ich doch überall ausleihen. Auch Ebookreader finde ich eine gute Idee.

Ich bin ein großer Fan von schönen Layouts und Typographie. Aber mir gibt es nichts, jede Menge Bücher zu besitzen und mit Ende zwanzig eine stattliche Hausbibliothek vor den Gästen präsentieren zu können.

Tatsächlich wurde ich auch schon einmal – als ich noch eins hatte – nach meinem Bücherregal beurteilt, während die betrachtende Person gleichzeitig sich selbst durch die Kommentierung meiner Lektüre profilieren wollte: „Oh, ah, ja, Hobbes.. den habe ich auch schon gelesen..“. Lustig war auch, dass diese Person viele Texte kommentierte, die ich selbst gar nicht gelesen hatte, und auf dieser Grundlage falsche Schlüsse über mich zog.

Daher mein Plädoyer: Seid doch nicht so versnobt, prätentiös und vernarrt in Materielles. Nur weil ich etwas nicht besitze, heißt es noch lange nicht, dass ich es nicht kenne oder nicht mag. Ich besitze schon einige Bücher, die mir wichtig sind. Aber ich stelle es nicht aus. Ich brauche keine Hausbibliothek, um meinen Gästen zu zeigen, dass ich Germanistik und Philosophie studiere und dafür eine große Leidenschaft habe.

 

Was sagt ihr zu dem Thema?

Ich verurteile niemanden, der viele Bücher besitzt, wenn er daran Freude hat und die Bücher gerne liest oder zu irgendwelchen Zwecken benötigt. Eine Anhäufung von Literatur, nur um möglichst gebildet und ‚büchermenschig‘ zu wirken, kombiniert mit der Neigung, andere nach ihrem Bücherregal zu beurteilen, geht mir jedoch gehörig auf die Nerven.

Das Weihnachtsfest / kurz und bündig

Ich denke mittlerweile hat hier jeder genug Weihnachtsartikel gelesen ;) Daher fasse ich mich ganz kurz mit einem persönlichen Bericht:

Vor Weihnachten habe ich nochmal einpaar Sachen aussortiert:

  • Kabel, Kabel, Kabel…
  • kaputte Fritzbox
  • 3x Vorhänge aus der alten Wohnung, die hier nicht mehr passen –> verschenkt
  • riesiger Kochtopf, nie benutzt –> verschenkt
  • 4 Bücher

Hier bei der Familie meines Freundes lagen seeehr viele Geschenke unterm Baum. Aber wir waren auch 8 Personen. Ich habe ganz wunderbare Sachen bekommen, über die ich mich wirklich freue: Lush Shampoo (gewünscht), 2x Gutscheine, Salz und Pfeffermühle (gewünscht), 2 DVDs, 1 selbstgenähtes Beutelchen, 1 Nagellack (gewünscht), 1 schönes Glas mit selbstgebrannten Mandeln, 1 Zirbelkissen (insgeheim gewünscht!), 1 Teller. Von meinen Freunden habe ich Cranberryessig, 1 Teelicht und Tee bekommen, auch darüber habe ich mich sehr sehr gefreut. Das Weihnachtsfest war sehr schön!!

bildschirmfoto-2016-12-25-um-13-27-09Auch meine Geschenke sind – denke ich – gut angekommen :) Die meisten Familienmitglieder haben von mir selbstgemachtes Müsli + einen leckeren Tee + Fairtrade u. Bio Schokolade bekommen. Außerdem habe ich ein Aquarell, gewünschte CDs und eine Edelstahlflasche verschenkt. Danach wurde das Geschenkpapier schön zusammengelegt, damit es nochmal verwendet werden kann ;) Herrlich öko. Nächstes Jahr werden wir vielleicht wichteln. Das finde ich eine gute Idee bei so vielen Personen. Meinen Freund:innen habe ich Kinogutscheine und einen besonderen Kaffee sowie ein Lush Schaumbad geschenkt.

Geschenke aussortieren – eine moralische Unterstützung

Jeder bekommt ab und zu Geschenke, die so gar nicht den persönlichen Geschmack treffen oder nicht gebraucht werden können. Während solche Gegenstände normalerweise längst aussortiert wären, schrecken viele Menschen jedoch zurück, wenn es sich dabei um eine Geschenkgabe handelt. Es gilt in unserer Kultur als unhöflich ein Geschenk abzulehnen, es weiterzugeben oder auf andere Weise loszuwerden. Man befürchtet, vom Schenker darauf angesprochen zu werden, dass es fehlt.

Wenn es aber wirklich keinen Grund dafür gibt, den Gegenstand zu behalten, dann sollte diese Angst einen nicht zurückhalten.

Leider weiß ich nicht mehr, wo ich es zuerst gelesen habe, aber mich hat diese Argumentation sehr überzeugt:

Das Geschenk hatte den Sinn, im Moment des Schenkens Freude zu bereiten. Tut es das nicht mehr, dann hat es seine Aufgabe in der Vergangenheit erfüllt, aber sollte nun für die kommende Zeit einen neuen Besitzer finden, dem es Freude spendet. Der Schenker wollte mit Sicherheit nicht, dass sein Geschenk bei dir ein unangenehmes Pflichtgefühl, eine Belastung auslöst. Er wollte sicher nicht, dass der Gegenstand in deinem Zuhause einstaubt und Platz wegnimmt und nur der Höflichkeit halber behalten wird. Er möchte doch auch, dass du glücklich bist und hat diesmal eben danebengegriffen.

Und übrigens: Den Leuten fällt es generell nicht auf, dass ihr Geschenk nicht mehr da ist. Es könnte ja auch irgendwo verstaut sein. Und selbst wenn sie fragen – dann muss man eben einmal mutig sein und schonend formulieren, dass man sich sehr über die Geste gefreut hat, den Inhalt jedoch nicht braucht und jemand anderem damit eher geholfen wäre. So vermeidet man es auch, in Zukunft weitere ’schlechte‘ Geschenke zu bekommen.

Wenn man etwas gerne in Erinnerung behalten möchte, aber das Geschenk selbst nicht gebrauchen kann und nicht haben will, kann man z.B. auch ein Foto davon machen, manchen Leuten hilft das, weil es sich genau so anfühlt, als würde man es noch ‚haben‘, nur ohne den materiellen Ballast.

Minimalistische Weihnachtsgeschenke

Hier sammle ich eine kleine Liste an Ideen für das Weihnachtsfest oder andere Geschenk-Gelegenheiten. Die Liste ist noch nicht vollständig und wird bei neuen Ideen selbstverständlich ergänzt ;) Es sei auch auf meinen Artikel zum Thema Geschenke allgemein hingewiesen.

Kategorie Essen / Trinken:

Wenn man das Know How und die Zutaten hat, bietet es sich bei vielen von diesen Vorschlägen an, es selbst herzustellen.

  • Pralinen
  • Plätzchen
  • Marmelade
  • Essig
  • Öl
  • Pesto
  • Brotaufstrich
  • selbst zusammengestellte Backmischung
  • selbst zusammengestelltes Müsli
  • Gewürze
  • besonderer Wein oder anderer Alkohol
  • Tee
  • besonderer Kaffee

Kategorie Haushalt:

  • Pflanzen, v.a. Kräuter (nützlich) oder Sukkulenten (pflegeleicht)
  • Seife
  • Kerze
  • Badeöl/Badesalz

Kategorie Gutscheine:

  • Kino
  • Theater
  • Oper/Musical
  • Konzert/Festival
  • Museum
  • Essen
  • Therme/Sauna
  • Massage
  • besonderes Erlebnis/Ausflug
  • Kurzurlaub
  • Kurse, z.B. Sprachen, Tanzen, Malen o.ä.
  • Lottoschein für wohltätige Lotterie (z.B. Aktion Mensch)

Kategorie Persönlich:

  • Bild
  • Gedicht
  • persönlich zusammengestellte Musik: als CD/Playlist o.ä.
  • Zeit zusammen verbringen

Kategorie Altruistisch:

  • Spende: Diese Option bieten viele wohltätige Organisationen an, u.a. UNO Flüchtlingshilfe, Welthungerhilfe, SOS Kinderdörfer, WWF, Ärzte ohne Grenzen, UNICEF oder Oxfam. Eine Ecosia-Suche mit dem Schlagwort „Spende verschenken“ brachte mir schon sehr viele Treffer. Diese Option wird dieses Jahr ausprobiert ;)

 

Geschenke – gute Geschenke.

Weihnachten steht zwar erst wieder in 11 Monaten an, aber da es auch andere Gelegenheiten zum gegenseitigen Beschenken gibt und mich dieses Weihnachtsfest zum ersten Mal richtig zum Nachdenken gebracht hat, schreibe ich nun mal einen Eintrag darüber, wie man richtig wünscht und schenkt (auch aus minimalistischer Perspektive).

Niemand mag doofe Geschenke. Sie lösen unangenehme Gefühle aus und man steckt irgendwie in einer unschönen sozialen Situation – ob als Schenker oder Empfänger. Meine Tipps für echte Freude an Geschenken:

  1. Nachfragen: Was wünschst du dir?
    Klar sind Überraschungen für die meisten Leute schön (ich persönlich hasse sie..), aber es ist auch nicht verboten, einfach mal nachzufragen, womit man dem anderen etwas Gutes tun könnte. Ich bin da ganz pragmatisch und meine Freunde danken es mir. Wenn sie mir etwas zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken möchten, dann überlege ich mir, was ich wirklich möchte/brauche und über was ich mich freue. Wenn es ist nicht zu teuer und leicht erhältlich ist, dann können meine Freunde ganz stressfrei das Geschenk besorgen und ich freue mich sehr!
  2. Ausspionieren.. oder: was bräuchte diese Person wirklich?
    Wenn man gern etwas Nützliches schenken möchte und die Möglichkeit oder den nötigen Kenntnisstand besitzt, um zu wissen, was die Person braucht – go for it! So schenkte ich beispielsweise nach einem misslungenen gemeinsamen Kuchenbacken einer Freundin eine neue Küchenwaage; eine andere beklagte sich immer wieder über ihren kaputten USB-Stick; ein Freund quält sich lange mit seinem zerschlissenen Portemonnaie herum, aus dem alles herausfällt… manchmal denkt man nicht daran, solche kaputten Dinge selbst zu ersetzen. Aber wenn man dann etwas Brauchbares geschenkt bekommt, freut man sich sehr darüber.
    Hört einfach mal aufmerksam zu und notiert euch evtl. was euer Partner oder eure besten Freunde gern mögen oder gern hätten :)
  3. Gutscheine oder Bargeld
    Klar, zum Jahrestag mit dem Partner sollte man kein Bargeld schenken. Aber für Geburtstage oder Weihnachtsgeschenke ist das keinesfalls verwerflich und lässt der beschenkten Person viel Freiheit. Wenn es doch etwas gebundener sein soll, bietet sich ein Gutschein an. Das kann ein Gutschein für den Lieblingsladen der Person sein, für ein Erlebnis (wie z.B. Thermenbesuch) – wenn man es ganz unkommerziell halten möchte, ist auch ein Gutschein für eine gemeinsame Unternehmung eine Option.
  4. Gutscheine für gemeinsame Zeit
    Die Seite Zeit-Statt-Zeug folgt diesem Prinzip. Meiner Meinung nach sollte man es etwas raffinierter angehen. Da es für mich selbstverständlich ist, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen, käme es mir seltsam vor, ihnen dies zu schenken. Wenn man sich jedoch etwas besonderes ausdenkt und die Organisation dafür übernimmt, sodass für den Beschenkten quasi ein All-Inclusive-Sorgloser-Ausflug zusammenkommt, dann ist es ein richtiger Geschenkgutschein! Beispiel: Ich hole dich ab, lade dich auf einen Thermenbesuch ein und koche uns danach ein schönes Essen.
  5. Dinge, die sich verbrauchen
    Wenn keine Wünsche geäußert werden und kein Bargeld oder Gutschein verschenkt werden soll, läuft man Gefahr, etwas falsches zu kaufen. Einige Dinge, mit denen man oft sicher fährt und die nicht herumstehen, sondern sich aufbrauchen, sind: Tee, Kerzen, Seife, ein besonderes Öl/Essig zum Kochen, selbstgemachte Marmelade, ein guter Wein/Whiskey/Sekt, Pralinen/Schokolade…