Müll und Wäsche

In den letzten Wochen habe ich immer mehr kleine Veränderungen in meinem Haushalt eingeführt, um weniger Müll zu produzieren.

Statt (zwar recycelten) Plastikbeuteln, die ohnehin zu groß waren, benutze ich für meinen Restmüll nun Papiertüten. Das sind entweder Bäckertüten, die ich unten einwenig mit Klopapier auslege, damit bei Teeblättern z.B. nichts feucht wird oder, wenn ich gerade keine Bäckertüte habe, gekaufte Papierbeutel mit Faltboden. Das ist schonmal besser als Plastik zu konsumieren und von der Größe her auch passender. Vielleicht wird mir aber irgendwann etwas noch besseres einfallen, mal sehen. Zumal ich ja auch auf die Bäckertüten demnächst verzichten möchte.

Hinweis: Ich wohne zur Miete in einem Wohnhaus in einer Großstadt. Hier gibt es leider keine Biomülltonne. Deshalb kommen Taschentücher und Teeblätter in den Restmüll.

Seit ich nun waschbare Stofftaschentücher benutze, habe ich sowieso kaum noch Restmüll. Mit den Taschentüchern habe ich überhaupt keine Probleme oder Scheu gehabt, es ist sehr leicht und viel angenehmer für die Nase. Nach einigen Tagen leichter Erkältung merkt man diesen Unterschied an der Haut sehr! Man denkt am Anfang vielleicht, dass es unhygienisch sei – aber wer ein Taschentuch mehrmals verwendet und das ok findet (so wie ich), dem sollte es auch nichts ausmachen, das mit einem Tuch zu tun. Ich finde ein gebrauchtes Stofftuch in meiner Tasche sogar hygienischer, weil es dicker ist. Wenn ich es an einer Ecke benutzt habe und dort einfalte, wird es nicht feucht und eklig werden.

Für längeres Unterwegssein dachte ich mir, nehme ich dann einen kleinen Beutel mit, um die gebrauchten Taschentücher zu sammeln. Aber wenn man nicht erkältet ist, reicht es eh vollkommen aus, jeden Tag 1 dabei zu haben.

Die Stofftaschentücher (es sind meine ich ca. 40 Stück gewesen?) habe ich im Set bei Ebay Kleinanzeigen gekauft, einige waren sogar noch originalverpackt (aus den 80ern). Sie haben mich 9€ inklusive Versand gekostet.

Also falls ihr zweifelt, ob Stofftaschentücher für euch das richtige sind oder nicht wisst, wo ihr sie herbekommt – probiert es einfach mal aus. Man findet auf Ebay Kleinanzeigen sehr viele.

Ich wasche die Taschentücher immer in einem Wäschenetz mit der 6o° Wäsche. Auch die Mikrofasertücher, die ich zum Abschminken benutze, kommen in das Wäschenetz und bleiben so noch länger flauschig.

Das mit dem Reduzieren der Waschtemperatur von 60 auf 40 Grad hat sich leider nicht eingestellt. Putzlappen, Geschirrtücher und Abschminktücher sind nicht ganz sauber geworden. Hier könnte man eine Vorreinigung in Betracht ziehen, um nicht immer bei hohen Temperaturen waschen zu müssen. Ich habe mir sowieso eine Gallseife gekauft, um Flecken auf meiner Kleidung schnell entfernen zu können. Bei der 30° Wäsche dauert es nämlich immer ewig, bis ich eine Maschine voll habe und bis dahin würden sich Flecken in der Kleidung stark festsetzen. Meine Kleidung wasche ich jetzt immer auf 30° Pflegeleicht, d.h. auch die Zahl der Schleuderumdrehungen/Minute ist weniger als sonst und schont die Kleidung mehr, weil sie ja beim Schleudern ziemlich aufgerieben werden kann.

Um mich mit anderen umweltfreundlichen Optimierungen auseinanderzusetzen, habe ich momentan aufgrund meiner Bachelorprüfung nicht genug Zeit, auch wenn ich Lust hätte, mich wieder intensiver mit dem Minimalismusthema zu beschäftigen. „Haben oder Sein“ von Erich Fromm liegt auch noch ungelesen bei mir herum.

Schau dir deinen Müll an!

Auf einigen Blogs habe ich diesen Imperativ nun schon gelesen, aber es bis vor 2 Wochen nicht umgesetzt.

In den letzten 2 Wochen achtete ich darauf, was es eigentlich genau war, das ich in den Müll warf und was davon sich vermeiden ließe.

Ich habe zunächst meinen Plastikmüll (denn dieser ist für die Umwelt am schädlichsten würde ich meinen) eine Weile gesammelt. Ich habe einen 40 Liter Beutel und lebe allein. Es hat also circa 2 Wochen gedauert und es hätte auch sicher noch das ein oder andere Teilchen hineingepasst. Er war aber heute so weit gefüllt, dass man ihn guten Gewissens zur Tonne bringen kann. Eine interessante Erkenntnis für mich: Plastikmüll stinkt nicht und wird nicht schlecht (außer man hätte z.B. Katzenfutter-Tütchen o.ä.). Deshalb konnte ich ihn problemlos so lange sammeln.

Das war zum Großteil im Beutel:

  • einige Tetrapacks von Sojamilch oder Saft
  • Taschentuchverpackungen
  • Nudelverpackung
  • Brottüten mit Sichtfenster von Rewe
  • einige Kinderriegelverpackungen
  • Müsliriegel (ist aber eine Ausnahme, war am Sonntag wandern)
  • Folie von Butter
  • 1 Soja-Joghurtbecher
  • 2 Konservendosen von Fertig-Gemüse für den Nudelsalat
  • kleine Fitzelchen…

Was hier auf jeden Fall Änderungspotenzial hat sind die Brottüten. Weil ich dort auch noch sehr spät Abends ein Brot bekommen kann, kaufe ich oft bei Rewe. Leider sind die Brote dort bereits in den Tüten mit Sichtfenster verpackt und ich könnte keine eigene Tüte mitnehmen. Daher muss ich mir vornehmen, meinen Hintern zum Bäcker zu bewegen, etwas mehr Geld auszugeben und dafür auch das traditionelle Bäckerhandwerk zu unterstützen statt Backautomaten a la Rewe.

Was Nudeln angeht, so kaufe ich jetzt vermehrt von Barilla. Wieso ist Barilla eigentlich die einzige Marke mit Pappkartons? Das kann doch eigentlich nicht sein.

Papiertaschentücher will ich schon seit 2-3 Wochen durch Stofftaschentücher ersetzen. Leider ist mein Päckchen, das ich bei Ebay Kleinanzeigen einer Privatanbieterin abgekauft hatte, irgendwie nicht angekommen. Ich hoffe das klärt sich auf. Sonst muss ich nochmal auf die Suche gehen.

Auch die 2 Konservendosen sind überflüssig gewesen und auf meine Faulheit zurückzuführen. Da hätte ich mir nun wirklich eine Paprika, einbisschen Mais und Erbsen auf anderem Wege kaufen können.

 

Im Restmüll habe ich seit dem Umstieg von Wattepads auf Mikrofasertücher und von dem Umstieg von Tampons zur Menstruationstasse nur noch Taschentücher. Da es in meinem Haus keinen Biomüll gibt, kommen auch benutzte Teeblätter, Bananenschalen o.ä. in den Restmüll. Der muss dann natürlich immer sehr schnell weggebracht werden, damit er nicht stinkt oder Fruchtfliegen kommen. Deshalb werde ich bald kleinere Restmüllbeutel holen. Ich hatte meine Müllproduktion wohl maßlos überschätzt, als ich beim Ersteinkauf für die neue Wohnung so große Müllbeutel kaufte ;)

Ich überlege mir außerdem, ob man für den Restmüll auch Papierbeutel nehmen könnte. Ich habe zwar Kunststoffbeutel aus 95% Recyclingmaterial, aber recyceltes Papier wäre ja doch noch ein wenig besser und die gibt es auch in kleinem Format.

Ein ganz verwegenes Experiment wäre auch, im verlassenen überwucherten Grundstück, das an den Hof angrenzt, einen Guerilla-Komposthaufen anzulegen ;) Aber da frage ich vielleicht doch vorher mal den Hausmeister, ob das okay wäre. Oder ich frage, wieso wir eigentlich keine Biotonne haben. Bei ca. 40 Mietern kann ich doch sicher nicht die einzige sein, die sich über eine Biotonne freut.

 

Habt ihr auch schonmal euren Müll richtig bewusst angeschaut? Was hat euch dabei vielleicht überrascht oder verwundert?

PC-Verkauf und Haarwäsche mit Natron

Kleine Neuigkeiten dieses Wochenendes:

Gestern Abend verkaufte ich meinen Computer an einen Bekannten von mir, der sich sehr freute und ein wahrhaftes Schnäppchen geschlagen hatte ;) Ich bin das große Teil mit Kabelgewirr los und er kann nun nach Herzenslust zocken.

Außerdem habe ich heute morgen meine Haare mit 1 EL Natron in 250ml Wasser gewaschen (und danach wie üblich meine Essigrinse, ca. 3 EL Essig auf 1 Liter kühles Wasser gemacht). Bisher bin ich zufrieden. Bis auf die längere Einwirkzeit war es kein großer Unterschied zu Shampoo und die Haare fühlen sich sauber und befreit, nicht ausgetrocknet, an.

Ich hatte schon ewig vor, das mal auszuprobieren und bin froh, dass ich es jetzt einfach mal gemacht habe. Grade da ich in letzter Zeit Probleme mit meinen Haaren hatte, suche ich nach einer simplen Lösung, die die Haare einfach nur sauber macht. Kein Pflegegedöns, kein Duft, keine Ablagerungen aus Proteinen, Silikonen oder Glycerin. Einfach nur reinigen. Nachdem mein Lush Shampoo (Rehab) leer wurde, habe ich nämlich mal wieder einige Naturkosmetik-Shampoos ausprobiert, aber die funktionieren bei mir einfach nicht. Egal wie viel ich nehme, wie oft ich wasche, wie lange ich einwirken lasse, wie gründlich ich ausspüle, die Haare bleiben immer an einigen Stellen klätschig und strähnig und trocknen nicht richtig. Ich denke, in diesen Shampoos sind einfach zu viele Extra-Inhalte, die meine Haare gar nicht aufnehmen können und die sich dann außen ablagern.

Darüber habe ich mich ziemlich geärgert, denn von einem Shampoo erwarte ich, dass es einfach meinen Kopf sauber macht ;)

Nachdem ich also in beinaher Verzweiflung schon auf das agressiv-reinigende Anti-Schuppen-Shampoo meines Freundes ausgewichen bin, kam mir jetzt das Natron zur Rettung mit einer Grundreinigung ;)

Mal sehen ob die Natronwäsche zur Regel wird oder Ausnahme bleibt. Ich werde es weiter testen.

Was ich bisher zur Müllvermeidung umgesetzt habe

Das Thema Zero Waste beschäftigt und fasziniert mich seitdem ich den Ted Talk von Lauren Singer sah, in welchem sie ein Marmeladenglas zeigte, das den von ihr verursachten Müll der letzten 3 Jahre beinhaltete.

Hier sind einpaar Kleinigkeiten, die ich seitdem umgesetzt habe:

  • loser Tee (nur noch Arzneitee habe ich in Beuteln gekauft)
  • Microfasertücher statt Wattepads
  • immer Nein zu Tüten und Flyern sagen – immer einen Beutel dabeihaben
  • kein Obst in Plastik kaufen
  • Keine Werbung und keine Zeitungen am Briefkasten
  • Edelstahl-Trinkflasche, aus der ich Leitungswasser trinke
  • Wattestäbchen aus Pappe, ohne Plastik
  • Verzicht auf Küchenpapier (habe es bisher nicht vermisst)
  • Öko-Dent Zahnbürste mit Wechselköpfen*
  • Menstruationstasse (beste Entdeckung  e v e r) statt Tampons & Binden
  • Möglichst auf Glas und Pappeverpackungen zurückgreifen beim Einkauf
  • Nachfüllbare Kullis, Textmarker & Füller statt Wegwerf-Schreibwaren
  • Essig-Rinse für die Haare (statt Spülung in Plastikpackungen) – mache ich schon seit Jahren.

*hier könnte ich mir gut vorstellen, auf etwas ganz ohne Plastik umzusteigen, wenn der Griff der Ökodent abgenutzt ist. Aber das wird noch einwenig dauern.

Nächste Ziele:

  • Taschentücher – entweder auf waschbare umsteigen oder zumindest Recycling kaufen!
  • Putzmittel in Plastikflaschen durch selbstgemachtes ersetzen (z.B. mit Essig reinigen)
  • mal ausprobieren, Haare mit Natron zu waschen.

Längst überfällig: eine vernünftige Trinkflasche

So richtig minimalistisch und zero-waste bin ich im Bereich Wasser bisher nicht gewesen. Zwar wählte ich meist ein härteres Plastik, weil ich vom Hörensagen weiß, dass das wabbelige, weiche Plastik eher Stoffe an den Inhalt der Flasche abgibt, aber Plastik ist es ja dennoch.

Die PET-Flaschen aus härterem Plastik (z.B. Gerolsteiner) benutze ich dann meist für ca. 1 Woche. Trotz Ausspülen wurden sie dann aber irgendwann muffig und es wurde eine neue gekauft. Dasselbe mit Glasflaschen – nur dass ich zu diesen aufgrund ihres Gewichtes und ihrer Zerbrechlichkeit seltener griff.

Seit heute habe ich eine 800ml Trinkflasche aus Edelstahl, die lediglich einen kleinen Silikondichtungsring hat. Sie stammt von der Marke Klean Kanteen, über die ich im Internet viel positives gelesen hatte. Zugegeben, der Preis ist happig, aber ich war von den Rezensionen sehr überzeugt. Sie hat eine lebenslange Garantie. Mal sehen, wie das so wird :) Und mal sehen, ob sie unter die Wasserhähne in der Uni passt, um Leitungswasser aufzufüllen.

Ich freue mich jedenfalls, dass heute mit den PET- und Glasflaschen Schluss ist!
(Außer natürlich für das eine oder andere Bier am Kiosk und die Fritz-Limonade an der Uni… ;))

Papierstau stoppen – Aufkleber für den Briefkasten

Heute möchte ich auf meinem Blog die Website papierstaustoppen.de vorstellen, von der ich meine Aufkleber für den Briefkasten beziehe. Sie sind wirklich extrem günstig und der Betreiber der Seite ist sehr zuvorkommend und freundlich, sollten einmal Probleme auftreten (bei mir kam ein Brief nicht an und er kümmerte sich sofort darum).

Es besteht die Wahl zwischen ‚Keine Werbung‘ und ‚Keine Werbung und keine kostenlosen Anzeigenblätter‘.

Wie auch bei meiner alten Wohnung habe ich an meine neue Adresse ca. 10 Aufkleber bestellt. Ich werde einen bei mir anbringen und die anderen bei den Briefkästen liegen lassen, damit die Nachbarn sich bedienen können.

Letztes mal kam das relativ gut an und viele Nachbarn klebten den Aufkleber auf ihren Briefkasten. Ich denke, vielen ist das Thema nicht wichtig genug, um sich selbst darum zu kümmern, nehmen es aber dankend an, wenn plötzlich so ein Aufkleber zu verschenken rumliegt. Hoffentlich ist die Mülltonne im Flur dann demnächst nicht mehr so voll.