Nachbarschaft

Ich liebe es, größtenteils anonym und für mich in meiner Großstadtwohnung zu leben. Ich möchte nicht in Smalltalk verwickelt oder beobachtet werden, wenn ich am Briefkasten stehe oder die Wäsche in den Keller trage.

Aber seine NachbarInnen etwas zu kennen, hat trotzdem unabstreitbare Vorteile und darüber habe ich mir in letzter Zeit Gedanken gemacht.

1.) Man kann vieles teilen: Werkzeuge, WLAN, Waschmaschinen

In meiner ersten Wohnung bot mir ein Nachbar, der mich beim Möbelschleppen gesehen hatte, seine Werkzeuge zum Ausleihen an. Ich hatte zwar keinen Bedarf, fand es aber trotzdem super nett. Denn gerade wenn man das erste Mal eine eigene Wohnung einrichtet, hat man noch keinen eigenen vollständigen Werkzeugkasten parat.

In meiner jetzigen Wohnung habe ich einen Kabel-Internetanschluss von meinem Vermieter übernommen, der noch bis Dezember läuft. Jedoch finde ich es mit Kabel doch recht unpraktisch. Eine eigene WLAN-Box für eine 1-Zimmer-Wohnung ist nicht unbedingt nötig, hier kommen sicher genug WLAN-Strahlen durch ;) Ein Nachbar hatte sein Netzwerk „Biete Mitbenutzung -name-“ genannt, eine super Idee. Jetzt nutze ich dieses WLAN für 5€ pro Monat.

Die Waschmaschine in meinem Haus wird vom Hausmeister betrieben und man zahlt zwischen 1.50€ und 2€ pro Wäsche. Das klappt prima. Obwohl es viele Mietparteien gibt, musste ich nie länger als 30min warten, um meine Wäsche zu waschen. Gäbe es nicht diese Waschmaschine für alle, hätte ich jedoch auf jeden Fall einen Zettel aufgehängt, um jemanden zur Mitbenutzung gegen Geld zu finden.

Ziel: Das nächste Mal, wenn ich eine Bohrmaschine brauche, einfach mal bei den Nachbarn fragen, statt eine vom Baumarkt auszuleihen.

2.) Jemand passt auf

Sei es ein Wasserschaden, ein Einbruch oder gar ein Unfall, der sich in der Wohnung ereignet – ich denke, wenn man mal mit den Nachbarn gequatscht hat, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie etwas sensibilisiert sind für die Geräusche, die sie aus der angrenzenden Wohnung wahrnehmen.

3.) Einen Gefallen tun

Ich nehme immer Pakete und Päckchen für alle meine NachbarInnen an und die PostbotInnen danken es mir ;) Aber natürlich könnten solche Gefälligkeiten auch noch weiter gehen, wenn man sich besser kennenlernt und sich mehr vertraut.. z.B. Blumengießen im Urlaub.

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6 Gedanken zu “Nachbarschaft

  1. Du hast absolut Recht, dass die Nachbarschaft sehr wichtig ist.
    Das Teilen in der Nachbarschaft finde ich auch so super. Bei uns, in Fribourg, gibt es Pumpipumpe. Da kannst du dich online anmelden und aus einer Liste heraussuchen welche Dinge du gerne verleihen möchtest. Dann kommst du eine Karte, die man sich online ansehen kann und am Briefkasten Sticker mit den jeweiligen Dingen. Somit kann man quartierübergreifend ausleihen und nicht nur in der eigenen Nachbarschaft.
    In der nächsten Wohnung bin ich auch dabei. Wir haben halt relativ wenige Sachen, die man leihen könnte :)
    Wie klappt das bei dir in der Nachbarschaft? Bei uns im Haus lebt leider jeder für sich. In der nächsten will ich mich bei den Nachbarn vorstellen (so wie es Schweizer für richtig erachten).

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    • Von diesen Karten habe ich schon mal gehört. Das Problem bei mir ist auch, dass ich kaum etwas zu verleihen habe… ich habe nur so richtige Basics wie Hammer, Schraubendreher, usw.
      Ich hatte hier bisher auch noch keinen Bedarf, weil meine Tante mir zum Einzug mit ihrer Bohrmaschine ausgeholfen hat. Aber wenn ich nochmal so etwas brauche, werde ich einfach mal bei den Nachbarn auf meinem Flur klingeln und nett fragen.
      Ich habe hier auch eher für mich gelebt, aber dann gab es eines Nachts einen Wasserschaden, von dem ich und 4 andere betroffen waren. So hat man sich kennengelernt hahaha.

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