Paradox des Minimalismus

Wenn man sich im Internet mit dem Thema Minimalismus beschäftigt, wird man früher oder später auf eine gern angesprochene Paradoxie stoßen:

Ziel des Minimalismus ist es, sich nicht mehr über Dinge zu definieren und seine Zeit mit Dingen zu verschwenden, sondern sich auf Wichtigeres zu konzentrieren. Im Zuge des Minimalismus aber beschäftigt man sich intensiv mit Dingen und achtet mehr auf diese als vorher.

Eine Paradoxie liegt vor, wenn die Bedingungen der Möglichkeit einer Operation zugleich die Bedingungen ihrer Unmöglichkeit darstellen. Ergo: Paradox des Minimalismus.

Ich finde, dass das stimmt. Selbst wenn man eines Tages fertig ist mit minimalisieren, hat man ein ganz anderes Verhältnis zu Gegenständen angenommen und betrachtet und benutzt diese mit mehr Aufmerksamkeit als vorher, als man viele Güter als Wegwerfprodukte behandelte und immer mehr konsumierte.

Aber ich finde das sehr gut so. Es ist nicht mein Ziel, mich komplett zu vergeistigen und nur noch in einer Ideenwelt zu leben. Ich möchte die Dinge, welche ich besitze, auch aktiv wahrnehmen, bewusst nutzen und sie wertschätzen. Ich möchte den Konsum von unnötigen Produkten stoppen und die Müllproduktion drastisch reduzieren. Natürlich erreiche ich das nur, wenn ich mich intensiv mit materiellen Gegenständen auseinandersetze.

Trotzdem entsteht dabei nach den ersten paar Grob-Durchgängen des Ausmistens ein Mehr an Zeit, denn man ist nicht mehr damit beschäftigt, unzählige Besitztümer zu verwalten, zu organisieren, zu kaufen oder wieder loszuwerden.

 

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2 Gedanken zu “Paradox des Minimalismus

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