Wohin mit…. Kleidung?

Für aussortierte Kleidung gibt es zahlreiche Verwertungsmöglichkeiten. Man muss sie nur finden, den Zeitaufwand abwägen und sicherstellen, dass es sich um eine gute Wahl handelt.

A) Verkaufen

  1. Ebay oder Ebay Kleinanzeigen
    Auf Ebay empfehlen sich größere Kleidungspakete, wie beispielsweise Sets aus 5 Basic-T-Shirts oder einigen Strickpullovern einer Größe. Man sollte jedoch mit realistischen – sprich niedrigen! – Preisvorstellungen an den Verkauf herangehen und Versandkosten miteinberechnen. Auch muss bedacht werden, dass hierfür ein Ebay-Account (am besten mit einigen positiven Bewertungen) vorhanden sein sollte und dass Gebühren für den Verkauf anfallen. Diese sind jedoch nicht hoch und es gibt oft die Möglichkeit, kostenlose Angebote einzustellen.
    Auf Ebay Kleinanzeigen braucht man auch einen Account, jedoch gibt es hier auch keine Bewertungen. Da die Angebote ortsgebunden sind, kann man so auch Käufer aus der Umgebung erreichen, die die Ware dann persönlich abholen (keine Versandkosten).
  2. Kleidungsplattformen, z.B.: Kleiderkreisel, Kleiderkorb, Klamottenbox
    Diese Internetseiten haben sich auf den Tausch und Verkauf von Kleidung, Accessoires und vereinzelt auch Kosmetik spezialisiert. Kleiderkreisel verlangt leider jedoch seit Mitte 2015 Gebühren (lassen sich jedoch ggf. umgehen).
    Anmerkung zu 1. und 2.) Natürlich ist es auch möglich, auf den Internetplattformen Kleidungsstücke als „Zu Verschenken“ einzustellen. Der Käufer sollte dann lediglich die Versandkosten zahlen.
  3. Flohmarkt, „Mädchenflohmärkte“, Nachtflohmärkte
    Wer frühes Aufstehen und in-der-Kälte-Herumsitzen meiden möchte, kann auf Angebote wie sog. Mädchenflohmärkte oder auch Nachtflohmärkte zurückgreifen. Teils fallen hier höhere Standgebühren an, jedoch locken diese Flohmärkte auch ganz anderes Publikum an. Falls man also gut erhaltene Stücke besitzt, die eher eine jüngere Zielgruppe ansprechen, lohnt sich der Besuch eines solchen.
    Beispiele: Die Veranstaltungsreihe Nachtkonsum (mehrere Städte), der Mädelsflohmarkt (Köln, Bonn, München).

B) Spenden/Verschenken

  1. Sozialkaufhaus, 2nd Hand Shop
    Der örtliche 2nd Hand Shop freut sich sicher über deine Spende und verkauft die Klamotten an Kunden weiter. Auch das deutsche Rote Kreuz oder das örtliche Sozialkaufhaus (einfach mal Sozialkaufhaus+Stadt googeln) nimmt Kleidung an. Bitte seid aber vorsichtig mit Containern des DRK, denn nicht alle werden tatsächlich vom Roten Kreuz geleert und in deren Shops gebracht (s. auch Punkt 4. Altkleidercontainer). Besser wäre es also, die Kleidung direkt zum Rot-Kreuz-Shop zu bringen.
    Im Sozialkaufhaus können Bedürftige mit einer Karte noch weitere Rabatte auf die angebotene Ware bekommen; prinzipiell kann aber jeder dort einkaufen. Liste von Sozialkaufhäusern in NRW.
  2. SOS-Kinderdörfer u.ä., akute Spendensammlungen (wie etwa Ende 2015 Winterkleidung für Flüchtlinge)
    Auch hier gilt es, eine kleine Recherche zu betreiben und eventuell ein wenig zu telefonieren. Wo gibt es soziale Unterbringungen von Menschen, die Kleidung gebrauchen können?
  3. Oxfam-Shops
    Oxfam-Shops nehmen Bücher, Kleidung und vieles mehr.
  4. Deutsche Kleiderstiftung
    Die Deutsche Kleiderstiftung hat vereinzelt Containerstellplätze, bietet jedoch auch kostenlosen Paketversand an. Auch hier muss man sich bewusst sein, dass ein Teil der Kleidung verkauft statt verschenkt wird – das Verkaufsgeld kommt aber immerhin der Stiftung zugute (diese Information ist auf der Homepage der Kleiderstiftung zu finden).
  5. Altkleidercontainer – Achtung!
    Große Mengen von aussortierter Kleidung werden in Altkleidercontainer geworfen. Hier gibt es gute und schlechte – einige sind von kirchlichen Trägern (Diakonie), der Arbeiterwohlfahrt oder für Obdachenlosenhilfe gedacht. Es gibt jedoch auch Container, die keinem wohltätigen Zweck dienen, sondern Profit aus der abgegebenen Kleidung schlagen, indem sie diese nach der Sortierung durch schlechtbezahlte Arbeitskräfte z.B. nach Afrika verkaufen. Viele dieser Container sehen von außen aber nicht viel anders aus als die ‚guten‘ und werben mit den gleichen Slogans.
    Links zum Thema:
    Geo – Das Geschäft mit dem Stoff
    ARD/NDR Reportage: Die Altkleider-Lüge
  6. Persönliches Umfeld
    Was viele vermutlich aus Kinderzeiten kennen, wird heute immer weniger praktiziert – Kleidungsstücke an Verwandte und Bekannte mit passender Größe weitergeben. Auch unter Freunden/Freundinnen könnte man z.B. eine Tauschparty organisieren, bei der jeder einige Stücke mitbringt, die er loswerden möchte. Hier sollte man jedoch einwenig streng mit sich sein und genau überlegen, was man wirklich haben möchte – und im Gegenzug auch dem anderen nicht seine Kleidungsstücke aufschwatzen. Einen Versuch ist es aber definitiv wert!

C) Recyclen

  1. Altkleidercontainer
    Alte Socken, Geschirrtücher, T-Shirts mit Löchern… wenn Textilien wirklich kaum noch brauchbar sind, kann man sie – meines Erachtens nach – ruhig in einen beliebigen Altkleidercontainer werfen. Diese Textilien sind nicht mehr gut genug erhalten, um aus ihnen Profit in ärmeren Ländern zu schlagen und werden stattdessen für die Neuverarbeitung, beispielsweise als Putzlappen, prozessiert.
  2. H&M Garment Collecting
    H&M bietet seit 2013 einen Rabatt von 15% auf ein ausgewähltes Kleidungsstück, wenn man eine Tüte voller Textilien zum Recyclen dort abgibt (Garment Collecting). Offiziell soll nur Kleidung abgegeben werden (diese muss natürlich nicht von H&M sein), jedoch kontrolliert niemand diese Tüten durch und ihr könntet auch alte Bettwäsche, Lappen usw. in die Tüte füllen.
  3. Upcycling als Putzlappen o.ä.
    Zu guter letzt bleibt natürlich noch die Möglichkeit, T-Shirts, die man nicht mehr trägt, als Putztücher zu verwenden, als Schutzkleidung zum Streichen aufzubewahren oder kreativ zu werden. Mir gefällt beispielsweise dieser Teppich aus T-Shirt-Garn sehr gut! Aber auch hier gilt: Bitte übernehmt euch nicht, bewahrt nicht 20 T-Shirts als Putzlappen auf. Soviele Putzlappen braucht kein Mensch.
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